Grundwortschatz 1. Klasse - Wörterliste kostenlos zum Ausdrucken
Der Grundwortschatz ist die Wörterliste, die die Bundesländer für die Grundschule festlegen. Diese Checkliste nutzt den Grundwortschatz des bayerischen LehrplanPLUS, herausgegeben vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), und nimmt daraus die Wörter, denen ein Kind in der 1. Klasse am häufigsten begegnet: die kürzesten häufigen Wörter, die ersten Nomen, Verben und Farbwörter. Veröffentlicht sind diese Listen für die Rechtschreibung - hier geht es ums Lesen, und es sind dieselben Wörter. Hake ab, was dein Kind auf einen Blick liest, ohne zu lautieren.
Was ist der Grundwortschatz?
Der Grundwortschatz ist keine Erfindung von Readigo, sondern steht im Lehrplan: Jedes Bundesland legt fest, welche Wörter Kinder in der Grundschule sicher schreiben können sollen. In Bayern sind das mehrere Hundert Wörter für die ganze Grundschulzeit, aufgeteilt in eine Liste für die Jahrgangsstufen 1 und 2 und eine für 3 und 4. Geordnet ist sie nach Rechtschreibphänomenen - Silben, Wortbausteine, Mitlautverdopplung, Dehnungs-h - denn gedacht ist sie zum Schreiben. Nur stehen genau diese Wörter auch in den Texten, die ein Kind liest, und zwar ständig.
Die 95 Wörter unten sind der Einstieg: die häufigsten kleinen Wörter, die fast jeden Satz tragen (und, die, der, das, ist, nicht, ich, du), dazu die ersten kurzen Nomen und Verben (Haus, Hund, Buch, gehen, spielen). Liest dein Kind sie auf einen Blick, muss es sie nicht mehr Laut für Laut zusammenziehen - und hat den Kopf frei für den Sinn des Satzes. Genau darum geht es bei der Leseflüssigkeit.
Die Checkliste - 95 Wörter aus dem Grundwortschatz für die 1. Klasse
Tipp: Drucke diese Seite aus, klebe sie in eine Mappe und hake jedes Wort ab, sobald dein Kind es sofort lesen kann (unter 2 Sekunden).
Diese kostenlose Checkliste zum Grundwortschatz pflegt Readigo, eine iOS-App für Kinder von 6 bis 12 Jahren, die zuhört, während ein Kind laut liest, und das Lesen in Echtzeit bewertet.
Tipp jedes Wort an, das dein Kind sofort liest, ohne zu lautieren.
87 lautgetreu · 8 zum Auswendiglernen
So nutzt du diese Liste
- ✓Wähle 5 bis 10 Wörter pro Woche. Versuche nicht, die ganze Liste auf einmal zu üben. Kleine Portionen sitzen besser und überfordern nicht.
- ✓Wiederhole täglich 5 Minuten. Verteiltes Wiederholen gewinnt. Ein kurzer Durchgang jeden Tag schlägt eine lange Sitzung pro Woche - jedes Mal.
- ✓Übe bis zur Automatisierung. Ein Wort ist erst „gelernt“, wenn dein Kind es liest, ohne zu lautieren - innerhalb von etwa zwei Sekunden.
- ✓Nutze die Wörter im Zusammenhang. Nach den Karteikarten: Sucht dieselben Wörter in einem echten Buch. Sie im fließenden Text zu erkennen ist der eigentliche Test.
- ✓Wiederhole gelernte Wörter wöchentlich. Ohne Wiederholung verblassen auch „bekannte“ Wörter. Frag sie einmal pro Woche erneut ab, damit sie sitzen.
Was die Forschung sagt
Die Liste selbst kommt aus dem bayerischen LehrplanPLUS (ISB) und ist dort für die Rechtschreibung gedacht. Dass schnelles, automatisches Worterkennen die Grundlage fürs Verstehen ist, zeigt die Leseforschung unabhängig davon: Solange das Erlesen die ganze Aufmerksamkeit bindet, bleibt für den Inhalt nichts übrig. Der Bericht des National Reading Panel (NRP, 2000) nennt die Leseflüssigkeit deshalb als eine von fünf Säulen guten Lesens, neben phonologischer Bewusstheit, Buchstaben-Laut-Zuordnung, Wortschatz und Leseverständnis. Die häufigen Wörter sind die Brücke zwischen dem Erlesen und dem Verstehen.
Häufige Fragen
Wie viele Wörter aus dem Grundwortschatz sollte ein Kind in der 1. Klasse lesen können?
Der bayerische Grundwortschatz ist für die Jahrgangsstufen 1 und 2 als gemeinsame Liste angelegt und gibt für das Ende der 1. Klasse keine Marke vor. Für das Lesen ist die Antwort praktischer: Die kleinen Wörter am Anfang dieser Liste - und, die, der, das, ist, nicht, ich, du - sollten bis zum Sommer ohne Lautieren gehen. Wenn nicht, ist das kein Grund zur Sorge, sondern ein Hinweis, wo ihr weiterübt.
In welcher Reihenfolge üben wir die Wörter?
Nach Häufigkeit, nicht alphabetisch. Die Liste oben ist schon so geordnet: zuerst die Wörter, die in fast jedem Satz stehen, dann Nomen, Verben und Adjektive. Arbeite sie von oben nach unten durch, 5 bis 10 Wörter pro Woche.
Soll mein Kind die Wörter erlesen oder auswendig lernen?
Erlesen, wo es geht. Deutsch ist eine recht lautgetreue Schrift, die meisten dieser Wörter kann dein Kind sich Laut für Laut erarbeiten - und soll es auch. Die Ausnahme sind die Merkwörter: Wörter mit Dehnungs-h (Jahr, Uhr), mit „v“ für den F-Laut (Vater, viel) oder mit „ie“ (die, sie). Dort weicht die Schreibung von dem ab, was man hört. Die Checkliste markiert genau diese Stelle farbig - den Rest des Wortes liest dein Kind wie immer.
Möchtest du Wort für Wort Rückmeldung, während dein Kind laut liest? Readigo hört zu und markiert die Wörter, an denen es hängen bleibt - auch die Merkwörter, die noch nicht sitzen.
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