Bundesweiter Vorlesetag am 20. November 2026: Ideen für zu Hause mit Grundschulkindern
Von Readigo-Redaktion · 2026-11-02 · 7 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Der Bundesweite Vorlesetag ist am Freitag, 20. November 2026, wie jedes Jahr am dritten Freitag im November. Das Motto 2026 heißt „Ich lese vor - du auch?“. Zu Hause brauchst du dafür nur ein Buch und eine feste Zeit am Abend. Lies deinem Kind vor und lass es an diesem Tag auch selbst der Familie vorlesen: einen kurzen Text, den es vorher zwei- oder dreimal geübt hat. Damit es nicht bei einem Abend bleibt, macht daraus eine tägliche Gewohnheit, bei der sich dein Vorlesen und das laute Lesen deines Kindes abwechseln.
Was der Bundesweite Vorlesetag ist
Der Bundesweite Vorlesetag ist ein jährlicher Aktionstag, an dem Menschen in ganz Deutschland Kindern vorlesen: zu Hause, in Kitas und Schulen, in Bibliotheken und Vereinen oder digital. Er ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutsche Bahn Stiftung, findet seit 2004 immer am dritten Freitag im November statt und geht 2026 in sein 23. Jahr. Das Motto 2026, „Ich lese vor - du auch?“, stellt die Vorlesenden in den Mittelpunkt. Die Initiative begründet das mit einem Ergebnis ihrer Vorlesestudie, des Vorlesemonitors: Wem als Kind vorgelesen wurde, der liest später mit höherer Wahrscheinlichkeit selbst vor. Wer heute vorliest, gibt das Vorlesen also weiter. Mitmachen können alle, auch als Familie zu Hause. Auf vorlesetag.de lässt sich eine Vorleseaktion anmelden. Das ist freiwillig. Das Formular fragt unter anderem nach Namen, E-Mail-Adresse, der Adresse, an der vorgelesen wird, und ob Presse zugelassen ist. Laut Formular werden die Adresse der Aktion und die Kontaktdaten für Presseanfragen an die Presse weitergegeben. Öffentlich angezeigt werden Anmeldungen nicht. Die Initiative zählt sie, um nach dem Aktionstag zu zeigen, wie viele Menschen mitgemacht haben. Wer lieber zuhört, findet auf vorlesetag.de das Digitale Vorlesefest mit Videos, in denen Prominente Geschichten vorlesen. Kostenlose Geschichten für 3-, 5- und 7-Jährige bringt die App „einfach vorlesen!“ der Stiftung Lesen jede Woche aufs Tablet oder Smartphone. In Österreich und der Schweiz gibt es eigene Vorlesetage im Frühjahr. Der nächste Österreichische Vorlesetag ist für April 2027 angekündigt, der Schweizer Vorlesetag des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) für Mittwoch, 19. Mai 2027. Die Ideen unten passen zu jedem dieser Tage.
Ideen für den 20. November zu Hause
Ein Vorlesetag zu Hause braucht kein Programm. Es reicht ein Abend, an dem das Vorlesen etwas Besonderes ist. Ein paar Ideen für Familien mit Kindern in der Grundschule: - Alle holen ihr Lieblingsbuch. Eltern, Geschwister, vielleicht die Großeltern per Videoanruf: Alle lesen fünf Minuten daraus vor. - Rollen tauschen. Passend zum Motto liest dir heute dein Kind vor, nicht nur du ihm. Wie das gelingt, steht im nächsten Abschnitt. - Vorher in die Bibliothek. Lass dein Kind in der Stadtbibliothek oder Gemeindebücherei ein Buch für den Abend aussuchen. Der Bibliotheksausweis für Kinder ist meist kostenlos. - Ältere lesen Jüngeren vor. Eine Drittklässlerin, die ihrem kleinen Bruder ein Bilderbuch vorliest, übt lautes Lesen vor echtem Publikum und ist dabei die Große. - Eine Geschichte aufnehmen. Dein Kind liest eine kurze Geschichte mit dem Handy ein und schickt sie an Oma und Opa. Gelesen wird, bis die Aufnahme gefällt. Das ist wiederholtes Lesen, nur merkt dein Kind es kaum. Was du vorliest und was dein Kind vorliest, hängt von der Klasse ab:
| Klasse | Du liest vor | Dein Kind liest vor | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1. Klasse | Bilderbücher und Geschichten, die dein Kind allein noch nicht schafft | Im November ein, zwei kurze Sätze oder die Wörter, die es schon erlesen kann, im Wechsel mit dir wie in der Buchreihe „Erst ich ein Stück, dann du“ | 10 Minuten |
| 2. Klasse | Kinderbücher mit Kapiteln, zum Beispiel „Der kleine Drache Kokosnuss“ | Eine Seite aus einem Erstlesebuch der passenden Lesestufe, vorher zweimal geübt | 10–15 Minuten |
| 3. Klasse | Kinderromane wie „Das Sams“ oder „Die Schule der magischen Tiere“ | Eine halbe bis ganze Seite mit wörtlicher Rede, die Rollen verteilt ihr | 15 Minuten |
| 4. Klasse | Bücher über dem Leseniveau deines Kindes, gern auch Sachbücher zu seinem Lieblingsthema | Eine Lieblingsstelle von zwei, drei Minuten, ruhig und betont | 15 Minuten |
An diesem Abend wird nichts gemessen und nichts benotet.
Wenn dein Kind der Familie vorliest
Ein Kind, das der Familie vorliest, möchte gut klingen. Ob das klappt, hängt an drei Dingen: am Text, an der Vorbereitung und an den Zuhörern. Der Text. Er sollte etwas leichter sein als das, was dein Kind gerade in der Schule liest. Liest es beim ersten Lesen von 20 Wörtern höchstens eines falsch, also rund 95 % richtig, passt er. Stolpert es öfter, nimm einen leichteren. Gut eignen sich Stellen mit wörtlicher Rede, Witze und Geschichten mit einem überraschenden Ende. Die Vorbereitung. Lass dein Kind den Text am Nachmittag zwei- oder dreimal laut lesen. Dass ein Abschnitt mit jedem Lesen schneller und genauer gelingt, zeigte der US-Leseforscher S. Jay Samuels schon 1979. Am Abend liest dein Kind dann etwas, das es schon kann, und genau das macht Mut. In der 1. Klasse hilft Echolesen: Du liest einen Satz vor, dein Kind liest ihn nach. Die Zuhörer. Für ein Kind, das noch unsicher liest, sind ein paar Regeln für die Familie wichtiger als jede Lesetechnik: - Alle hören zu. Niemand liest mit, um Fehler zu finden. - Bleibt dein Kind an einem Wort hängen, wartet ihr ein paar Sekunden. Schafft es das Wort nicht selbst, sagst du es, und es liest weiter. - Lobe, was gelungen ist: „Bei der Frage ist deine Stimme richtig hochgegangen.“ Das hilft mehr als „Super gelesen“. - Zählt keine Fehler und lasst Noten und Stoppuhr weg. Der Abend ist kein Lesetest. Für schüchterne Kinder reicht zuerst ein kleines Publikum: ein Kuscheltier, der Hund, ein Geschwisterkind. Auch wer am Vorlesetag nur einem einzigen Zuhörer vorgelesen hat, hat mitgemacht. Wie Kinder beim Vorlesen mit Ausdruck lesen lernen und wie Lesetheater funktioniert, steht unter Mit Ausdruck lesen. Ältere Geschwister in der 6. Klasse können über ihre Schule beim Vorlesewettbewerb mitmachen. Wie sie dafür üben, steht unter Vorlesewettbewerb in der 6. Klasse.
Nach dem Vorlesetag: kurze Routinen für jeden Tag
Ein schöner Abend im November ändert wenig, wenn danach alles beim Alten bleibt. Es kommt auf die tägliche Gewohnheit an. Für die meisten Kinder von 6 bis 12 Jahren reichen 15 bis 20 Minuten lautes Lesen am Tag, und kurze tägliche Runden bringen mehr als eine lange am Wochenende. Warum, steht unter Wie viele Minuten am Tag sollte mein Kind laut lesen?. Vier Routinen, die sich leicht halten lassen: 1. Abwechselnd lesen. Eine Seite du, eine Seite dein Kind. Die Geschichte bleibt spannend, auch wenn dein Kind noch langsam liest, und auf jeder zweiten Seite hört es, wie flüssiges Lesen klingt. 2. Dieselbe kurze Stelle an drei Tagen. Am ersten Tag zum Kennenlernen, am zweiten noch einmal, am dritten für jemanden aus der Familie. Dann klingt die Stelle meist hörbar flüssiger, und dein Kind merkt das selbst. 3. Ein fester Vorleseabend pro Woche. Zum Beispiel jeden Freitag, wie am Vorlesetag: Dein Kind liest der Familie etwas vor, das es selbst ausgesucht hat. 4. Weiter vorlesen, auch wenn dein Kind selbst liest. Lies ihm Bücher vor, die über seinem Leseniveau liegen. So lernt es neue Wörter kennen und bekommt Lust auf längere Geschichten. Steht der Elternsprechtag noch bevor, nimm mit, was dir beim Zuhören aufgefallen ist. Welche Fragen sich dafür eignen, steht unter Elternsprechtag in der Grundschule: 12 Fragen zum Lesen. Wie schnell Kinder in den einzelnen Klassen laut lesen, steht unter 1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse und 4. Klasse, alle Werte in der Tabelle. Mit dem Planer unten stellt ihr eure eigene Routine zusammen und druckt sie für den Kühlschrank aus.
Leseroutine zum Ausdrucken
Eure tägliche Leseroutine in fünf Schritten
Stell einen kurzen Ablauf fürs laute Lesen zusammen, den ihr an den meisten Tagen schafft. Zieh die Schritte in die Reihenfolge, die zu euch passt, leg fest, wie lange jeder dauert, und druck den Plan für den Kühlschrank aus. Die fünf Schritte bleiben immer gleich, du passt sie nur an euch an.
Schritt 1 von 5
Ein leichtes Lieblingsbuch noch einmal lesen
Was dein Kind schon gut kennt, liest es flüssig. Das gibt Sicherheit, bevor es an schwerere Texte geht.
Schritt 2 von 5
Du liest eine Zeile vor, dein Kind liest sie nach
Wenn du zuerst liest, hört dein Kind, wie flüssiges, betontes Lesen klingt, und macht es an denselben Wörtern nach. In der Schule heißt das Echolesen.
Schritt 3 von 5
Dein Kind liest ein kurzes Stück, dann noch einmal
Dasselbe kurze Stück zwei- oder dreimal zu lesen, ist der wirksamste Weg zu flüssigem Lesen.
Schritt 4 von 5
Eine Frage stellen: Was ist passiert?
Eine kurze Frage zum Inhalt sorgt dafür, dass dein Kind nicht nur Wörter aufsagt, sondern versteht, was passiert.
Schritt 5 von 5
Zum Schluss die Mühe und einen Lösungsweg loben
Lob für die Mühe und einen konkreten Weg („Das hast du Laut für Laut erlesen“) statt für „Du bist so schlau“ sorgt dafür, dass sich dein Kind auch ans nächste schwere Wort traut.
15 Minuten insgesamt · Passt gut: Rund 15 Minuten am Tag sind das Ziel.
Ein Plan auf Papier ist ein guter Anfang. Readigo hilft deinem Kind, dabeizubleiben: Die App hört zu, wenn es laut liest, damit aus den täglichen zehn oder fünfzehn Minuten Fortschritt wird.
Readigo kennenlernen →Wo Readigo hilft
An manchen Abenden fehlt die Zeit zum Zuhören. Für diese Abende ist Readigo gedacht. Readigo ist eine iOS-App für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Sie hört zu, wenn ein Kind laut liest, und bewertet das Gelesene sofort. Die Spracherkennung von Readigo ist auf Kinderstimmen abgestimmt und gleicht jeden Satz mit dem Text ab, nach den Buchstaben-Laut-Regeln, die die Leseforschung als Grundlage des Lesenlernens beschreibt. Nach jedem Satz sieht das Kind seine Bewertung und die Wörter, die es falsch gelesen oder ausgelassen hat. Die meisten Apps für dieses Alter bewerten lautes Lesen gar nicht. Readigo wurde genau dafür entwickelt. Die Geschichten gibt es auf Deutsch, in einer eigenen deutschen Bibliothek, und in fünf weiteren Sprachen. Einen Satz, der nicht geklappt hat, kann dein Kind gleich noch einmal lesen, um die Bewertung zu verbessern. Im Elternbereich siehst du jederzeit, wie viele Bücher, Minuten und Sätze zusammengekommen sind und welche Wörter dein Kind zuletzt falsch gelesen hat. In der Vorlesezeit liest der Drache Igo deinem Kind eine Geschichte vor, und die Wörter leuchten mit. Solange dein Kind dabei nur zuhört, wird nichts bewertet. Die App ersetzt dein Vorlesen nicht, und das soll sie auch nicht. Sie hält das laute Lesen an den Tagen am Laufen, an denen sonst niemand zuhört. So funktioniert Readigo.
Quellen
- Bundesweiter Vorlesetag - 20. November 2026, Motto „Ich lese vor - du auch?“
- Stiftung Lesen - Pressemeldung zum Bundesweiten Vorlesetag 2026: Anmeldung, Motto, Digitales Vorlesefest (seit 2004 am dritten Freitag im November, 23. Jahr)
- Bundesweiter Vorlesetag - Mitmachen als Privatperson oder Familie (zu Hause vorlesen, Anmeldung, häufige Fragen)
- Bundesweiter Vorlesetag - Vorleseaktion anmelden (Adresse der Aktion und Pressekontakt werden an die Presse weitergegeben)
- Bundesweiter Vorlesetag - Kostenlose Geschichten (App „einfach vorlesen!“ der Stiftung Lesen)
- Österreichischer Vorlesetag - der nächste ist für April 2027 angekündigt
- Schweizer Vorlesetag (SIKJM) - Mittwoch, 19. Mai 2027
- BiSS-Transfer - Lautleseprotokoll (Richtwert 95 % Lesegenauigkeit nach Rosebrock & Nix 2008)
- BiSS-Transfer - Lautleseverfahren: wiederholtes Lautlesen und chorisches Lesen