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Halbjahreszeugnis in der Grundschule: was es über das Lesen sagt und was bis zum Sommer hilft

Von Readigo-Redaktion · 2026-11-02 · 14 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Das Halbjahreszeugnis gibt es 2027 in den meisten Ländern Ende Januar, häufig am Freitag, 29. Januar. Später kommt es in Baden-Württemberg (1. bis 10. Februar), in Mecklenburg-Vorpommern (vor den Winterferien ab 8. Februar), in Sachsen (5. Februar), an den Grundschulen in Nordrhein-Westfalen (8. bis 12. Februar) und in Bayern (19. Februar). Kinder in der 1. Klasse bekommen in vielen Ländern noch gar kein Halbjahreszeugnis, und wo es eines gibt, etwa in Bayern und Sachsen, beschreibt es das Lesen in Worten. Lies die Sätze über das Lesen genau: Wörter wie „noch“, „zunehmend“ und „Unterstützung“ zeigen, was fehlt. Hör in der Woche nach dem Zeugnis eine Minute lang zu, wie dein Kind laut liest, und sprich mit der Lehrkraft. Bis zum Sommer sind es rund fünf Monate. Zehn Minuten lautes Lesen an den meisten Tagen sind dafür ein guter Plan. Strafen helfen dabei nicht.

Wann es 2027 Halbjahreszeugnisse gibt

Das Halbjahreszeugnis ist das Zeugnis zur Mitte des Schuljahres: Die Schule beschreibt darin schriftlich, wo ein Kind steht und wie es sich entwickelt hat. In Bayern heißt es Zwischenzeugnis. In Sachsen bekommen Grundschulkinder eine Halbjahresinformation, in Baden-Württemberg heißt es je nach Klasse ebenfalls so. Den Termin legt jedes Land selbst fest. Für das Schuljahr 2026/27 gilt nach den Vorgaben der Länder:

LandHalbjahreszeugnis 2027In der 1. und 2. Klasse
Baden-WürttembergIn der Regel zwischen 1. und 10. Februar.1. Klasse: kein Halbjahreszeugnis. 2. Klasse: Schulbericht in Worten, kann durch ein dokumentiertes Lernentwicklungsgespräch ersetzt werden.
BayernFreitag, 19. Februar (1. bis 3. Klasse). Die 4. Klasse bekommt am 22. Januar eine Zwischeninformation mit den Noten in allen Fächern.Zwischenzeugnis als Bericht ohne Noten. Die Schule kann es in der 1. bis 3. Klasse durch ein dokumentiertes Lernentwicklungsgespräch ersetzen.
BerlinFreitag, 29. Januar.Kein Halbjahreszeugnis. Ein Zeugnis in Worten gibt es am Ende des Schuljahres.
BrandenburgAm letzten Schultag vor den Winterferien (ab 1. Februar).Statt des Zeugnisses ein Lernentwicklungsbogen.
BremenFreitag, 29. Januar.Bei der Schule nachfragen.
HamburgEnde Januar, vor der Halbjahrespause (freier Tag am 29. Januar). In der Grundschule nur in der 4. Klasse.1. bis 3. Klasse: Berichtszeugnis am Ende des Schuljahres.
HessenIn der Regel Freitag, 29. Januar (das Kultusministerium kann einen früheren Termin festlegen).Bei der Schule nachfragen.
Mecklenburg-VorpommernVor den Winterferien (ab 8. Februar), den Tag nennt die Schule.Bei der Schule nachfragen.
NiedersachsenFreitag, 29. Januar.1. Klasse: kein Halbjahreszeugnis. 2. Klasse: Berichtszeugnis.
Nordrhein-WestfalenGrundschulen: 8. bis 12. Februar (Klassen 3 und 4).Kein Halbjahreszeugnis. Zeugnis in Worten am Ende des Schuljahres, am Ende der 2. Klasse in der Regel zusätzlich mit Noten.
Rheinland-PfalzFreitag, 29. Januar (Klassen 3 und 4).Kein Halbjahreszeugnis, nur ein Zeugnis am Schuljahresende. In der 2. Klasse führt die Lehrkraft zum Halbjahr ein Gespräch mit den Eltern und protokolliert es.
SaarlandFreitag, 29. Januar.Bei der Schule nachfragen.
SachsenFreitag, 5. Februar (Halbjahresinformation).1. Klasse: Halbjahresinformation in Worten, keine Noten. 2. Klasse: Noten in Deutsch, Mathematik und Sachunterricht.
Sachsen-AnhaltVor den Winterferien (ab 1. Februar).Schulen können das Halbjahreszeugnis durch eine Halbjahresbilanz ersetzen: Das Ergebnis eines Lernentwicklungsgesprächs wird schriftlich festgehalten.
Schleswig-HolsteinAm letzten Freitag vor dem Ende des ersten Halbjahres.Berichtszeugnis. In der 1. Klasse kann die Schule auf das Halbjahreszeugnis verzichten.
ThüringenFreitag, 29. Januar.Bei der Schule nachfragen.

Den genauen Tag und die Form des Zeugnisses erfährst du von der Schule. Einige Länder lassen den Schulen Spielraum, etwa ob sie das Zeugnis durch ein Gespräch ersetzen. In Österreich gibt es am Ende des ersten Semesters die Schulnachricht (§ 19 Schulunterrichtsgesetz), direkt vor den Semesterferien 2027: in Wien und Niederösterreich ab 1. Februar, im Burgenland und in Kärnten ab 8. Februar, in den übrigen Bundesländern ab 15. Februar. In der Volksschule gibt es Noten mit einer schriftlichen Erläuterung. In der 1. und 2. Klasse kann das Klassenforum (Lehrperson und Eltern der Klasse) in den ersten neun Wochen des Schuljahres beschließen, dass es bis einschließlich zum ersten Semester der 2. Schulstufe statt Noten eine schriftliche Semesterinformation und eine Jahresinformation über die Lern- und Entwicklungssituation des Kindes gibt (§ 18a Schulunterrichtsgesetz). Vor jeder dieser Informationen führt die Klassenlehrperson ein Bewertungsgespräch, zu dem Eltern und Kind eingeladen werden. Eltern können trotzdem eine Schulnachricht verlangen. Ab dem Ende der 2. Schulstufe bekommen alle Kinder Ziffernnoten. In der Schweiz regelt das jeder Kanton. Im Kanton Zürich gibt es im Kindergarten und in der 1. Klasse keine Noten, sondern zwei Elterngespräche pro Schuljahr. Ab der 2. Klasse gibt es zweimal im Jahr ein Zeugnis, Ende Januar und am Schuljahresende, in der 2. Klasse mit Noten nur in Deutsch und Mathematik.

Berichtszeugnis oder Noten: was in Klasse 1 und 2 im Zeugnis steht

Wo Kinder in der 1. und 2. Klasse ein Zeugnis bekommen, steht darin meist keine Note, sondern ein Text. Es heißt Berichtszeugnis, in Baden-Württemberg Schulbericht. In Bayern soll der Bericht Beobachtungen „insbesondere zum Sozialverhalten, zum Lern- und Arbeitsverhalten, zum Leistungsstand in den einzelnen Fächern und zur individuellen Lernentwicklung“ enthalten. In Nordrhein-Westfalen beschreiben die Zeugnisse der ersten beiden Schuljahre „die Lernentwicklung und den Leistungsstand in den Fächern“. Das Lesen hat darin seinen Platz, in manchen Ländern ausdrücklich: Der Zeugnisvordruck in Niedersachsen hat für Deutsch eigene Felder, eines davon heißt „Lesen – mit Texten und Medien umgehen“. In Baden-Württemberg verlangt die Verordnung für den Schulbericht Aussagen zum Leseverständnis. Beschrieben wird zum Beispiel, ob dein Kind Buchstaben und Laute sicher zuordnet, wie flüssig es liest und ob es versteht, was es gelesen hat. Wann die ersten Noten kommen, ist verschieden. In Bayern und Nordrhein-Westfalen enthält das Zeugnis am Ende der 2. Klasse Noten, in Nordrhein-Westfalen kann die Schulkonferenz darauf verzichten. In Baden-Württemberg stehen im Schulbericht am Ende der 2. Klasse ganze Noten für Deutsch und Mathematik. Sachsen benotet in der 2. Klasse schon Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. In Schleswig-Holstein gibt es in der Regel ab der 3. Klasse Notenzeugnisse. Ein Berichtszeugnis beschreibt, was dein Kind zum Halbjahr kann und woran es noch arbeitet. Für die Planung bis zum Sommer ist das oft hilfreicher als eine Zahl.

Was die Sätze über das Lesen bedeuten

Berichtszeugnisse sind freundlich formuliert. Lehrkräfte beschreiben, was ein Kind kann, und deuten an, was noch fehlt. Manche Schulen schreiben das Zeugnis als Brief an dein Kind („Du liest schon …“), andere kreuzen in einem Raster an, wie sicher ein Kind etwas kann. Wer genau liest, erkennt, wo das Kind steht. So oder ähnlich kann es im Abschnitt Deutsch oder Lesen klingen (typische Formulierungen, keine amtlichen Vorgaben):

Im Zeugnis stehtWas es meist bedeutetWas du fragen kannst
„Kennt alle Buchstaben und kann sie den Lauten sicher zuordnen“Die Grundlage ist da. In der 1. Klasse zum Halbjahr ein gutes Zeichen.Kann es schon kurze Wörter selbst erlesen?
„Erliest Wörter noch lautierend“Dein Kind spricht ein Wort Laut für Laut und schleift die Laute dann zusammen. In der 1. Klasse normal, ab der 2. Klasse ein Hinweis, dass dein Kind Wörter noch nicht auf einen Blick erkennt.Welche Wörter erkennt es schon auf einen Blick?
„Liest kurze Texte noch stockend“Pausen mitten im Satz, neue Anläufe bei längeren Wörtern. Weil es so langsam vorangeht, geht der Sinn leicht verloren.Liegt es eher an der Genauigkeit oder am Tempo?
„Liest mit zunehmender Sicherheit“Es geht voran, aber noch nicht ohne Mühe.Was soll bis zum Sommer dazukommen?
„Liest geübte Texte flüssig“Bei geübten Texten klappt es. Bei neuen Texten oft noch nicht.Wie liest es Texte, die es nicht kennt?
„Kann einfachen Texten Informationen entnehmen“Es versteht, was es liest, zumindest bei kurzen Texten.Bekommt es auch Texte, die es herausfordern?
„Liest sinnentnehmend und betont“Dein Kind liest so, wie es die Grundschule anstrebt: verstehend und gut betont.Was liest es gern, und wie bleibt es dran?
„Benötigt beim Lesen noch Unterstützung“Bei den Texten der Klasse braucht dein Kind noch Hilfe. Wobei genau, lässt der Satz offen.Wobei genau, und bekommt es Förderung?
„Greift selten von sich aus zu einem Buch“ oder „Die Freude am Lesen darf noch wachsen“Es weicht dem Lesen aus, oft weil Lesen noch anstrengend ist.Was liest es in der Schule freiwillig?

Zwei Dinge helfen beim Lesen dieser Sätze. Erstens: Achte auf Wörter wie „noch“, „zunehmend“ und „Unterstützung“. Sie zeigen, dass die Lehrkraft eine Entwicklung sieht, die nicht abgeschlossen ist. Zweitens: Was im Zeugnis fehlt, ist oft genauso aufschlussreich wie das, was drinsteht. Steht zum Lesen nur ein allgemeiner Satz, frag nach. Dieselben Formulierungen hörst du oft im Elterngespräch. Was du dort fragen kannst, steht unter Elternsprechtag in der Grundschule: 12 Fragen zum Lesen.

Ab Klasse 3: wie das Lesen in der Deutschnote steckt

Ab der 3. Klasse steht im Halbjahreszeugnis meist eine Note in Deutsch. Das Lesen steckt darin, zusammen mit Schreiben, Rechtschreibung, Sprechen und Zuhören. In Nordrhein-Westfalen sieht man es genauer: Ab dem Versetzungszeugnis in die 3. Klasse enthält das Zeugnis dort im Fach Deutsch neben der Gesamtnote eigene Noten für Sprachgebrauch, Lesen und Rechtschreiben. Steht im Zeugnis nur eine Gesamtnote für Deutsch, siehst du nicht, welcher Bereich sie nach unten zieht. Bei einer 3 oder 4 in Deutsch lohnt sich deshalb die Frage an die Lehrkraft: Liegt es am Lesen, am Schreiben oder an der Rechtschreibung? Und beim Lesen: am genauen Lesen, am Tempo oder am Verstehen? Erst dann wisst ihr, was ihr üben solltet. In der 4. Klasse hat das Halbjahreszeugnis noch eine zweite Bedeutung, denn bald steht der Wechsel auf die weiterführende Schule an. In Nordrhein-Westfalen ist die Empfehlung für die Schulform Teil des Halbjahreszeugnisses der 4. Klasse. In Bayern bekommen Kinder der 4. Klasse schon am 22. Januar eine Zwischeninformation mit den Noten in allen Fächern. Was das für den Übergang in deinem Land heißt, erklärt die Schule beim Beratungsgespräch. Tägliches lautes Lesen lohnt sich auch in der 4. Klasse noch.

Zum Halbjahr selbst hinhören: eine Minute lautes Lesen

Das Zeugnis sagt, wie die Lehrkraft dein Kind im ersten Halbjahr erlebt hat. Wie es heute liest, hörst du am besten selbst. Lass dein Kind in der Woche nach dem Zeugnis eine Minute lang einen unbekannten Text laut lesen, der ungefähr zu seiner Klassenstufe passt. Du liest mit, korrigierst nicht und markierst falsch gelesene und ausgelassene Wörter. Gelesene Wörter minus Fehler ergeben die richtig gelesenen Wörter pro Minute (WpM). Fachleute nennen das ein Lautleseprotokoll. Die Anleitung Schritt für Schritt steht unter Lesegeschwindigkeit zu Hause messen. Am Ende der 1., 2., 3. und 4. Klasse liegen die Orientierungswerte bei etwa 40, 85, 110 und 135 WpM beim lauten Lesen eines Textes auf Klassenniveau. Das sind Orientierungswerte, keine amtlichen Normen. Zum Halbjahr liegt die Erwartung niedriger. Die Tabelle zur Lesegeschwindigkeit nennt auch Werte für die Mitte des Schuljahres, und der Rechner dort berücksichtigt sie. Was in welcher Klasse typisch ist, steht unter 1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse und 4. Klasse. In der 1. Klasse ist eine Zahl zum Halbjahr noch wenig sinnvoll, weil viele Kinder dann noch neue Buchstaben lernen. Achte dort eher darauf: Kann dein Kind kurze Wörter zusammenschleifen? Erkennt es häufige Wörter wieder? Ab der 2. Klasse ist die Minute ein guter Ausgangswert. Wiederhol sie alle zwei bis vier Wochen mit einem neuen Text, dann siehst du bis zum Sommer, ob sich etwas bewegt. Hat die Schule im ersten Halbjahr einen Lesetest gemacht, etwa den Stolperwörter-Lesetest oder das Salzburger Lese-Screening, frag nach dem Ergebnis. Wie du Prozentrang und Lesequotient einordnest, steht unter Lesetests in der Grundschule.

Wie du mit deinem Kind über das Zeugnis sprichst

Ob dein Kind sein Zeugnis schon selbst lesen kann oder nicht: Es merkt genau, wie du darauf reagierst. Ein paar Dinge helfen, gerade wenn das Lesen nicht gut wegkommt: - Fang mit dem an, was gelungen ist. Such im Zeugnis eine Stärke heraus und lies sie deinem Kind vor. - Sprich über das Lesen, nicht über die Note oder die Formulierung. „Lange Wörter sind noch schwer, das üben wir“ hilft deinem Kind mehr als „Das ist aber kein gutes Zeugnis“. - Frag dein Kind, wie es selbst das Lesen erlebt. Was ist leicht, was ist anstrengend, was liest es gern? Viele Kinder sagen sehr genau, wo es hakt. - Vergleiche nicht mit Geschwistern oder Freunden. Kinder lernen unterschiedlich schnell lesen. - Das Zeugnis weder belohnen noch bestrafen. Ein Zeugnis ist eine Rückmeldung, kein Urteil über dein Kind. Und Lesen als Strafe macht das Lesen nicht leichter. - Mach mit deinem Kind einen kleinen Plan. Zehn Minuten an den meisten Tagen, ein Buch, das dein Kind selbst aussucht, eine feste Zeit am Tag. Ein Plan, bei dem dein Kind mitreden durfte, hält länger.

Fragen an die Lehrkraft nach dem Zeugnis

Viele Schulen bieten nach dem Halbjahreszeugnis Gespräche an. Wenn nicht, bitte um einen Termin. Diese fünf Fragen decken das Wichtigste ab: 1. Was genau ist mit dem Satz zum Lesen gemeint? Bitte um ein Beispiel aus dem Unterricht. 2. Wo steht mein Kind jetzt, gemessen an dem, was zum Halbjahr erwartet wird? Im erwarteten Bereich, knapp darunter oder deutlich darunter. 3. Hakt es eher beim genauen Lesen, beim Tempo oder beim Verstehen? Davon hängt ab, was ihr zu Hause übt. 4. Gab es einen Lesetest, und was kam heraus? Und gibt es Förderunterricht oder eine Lesegruppe? 5. Was sollen wir bis zum Sommer zu Hause üben, und wann sprechen wir wieder? Ein Ziel, eine Übung, ein Termin. Schreib die Antworten noch am selben Tag auf. Beim nächsten Gespräch kannst du dann vergleichen, was sich bewegt hat.

Ein Leseplan für das zweite Halbjahr

Vom Halbjahreszeugnis bis zu den Sommerferien bleiben je nach Land rund fünf Monate, mit Ferien dazwischen. Die Sommerferien 2027 beginnen frühestens am 28. Juni (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und spätestens am 2. August (Bayern). In dieser Zeit kann sich beim Lesen viel tun, wenn ihr ruhig und regelmäßig übt. Ein Plan, der in einen normalen Familienalltag passt:

ZeitraumWas ihr macht
Die Woche nach dem ZeugnisMit dem Kind über das Zeugnis sprechen, mit der Lehrkraft einen Termin ausmachen, eine Minute lautes Lesen als Ausgangswert festhalten.
Bis zu den Oster- oder FrühjahrsferienAn fünf Tagen pro Woche zehn Minuten laut lesen. Kurze Abschnitte zwei- oder dreimal lesen. Alle zwei bis vier Wochen die Minute mit einem neuen Text wiederholen.
In den FerienLockerer als sonst: Du liest vor, ihr geht in die Bücherei, dein Kind liest Lieblingsbücher und Comics. Dazu an den meisten Tagen ein paar Minuten lautes Lesen.
April bis JuniWeiter wie vor den Ferien. Zum nächsten Gespräch mit der Lehrkraft die Ergebnisse deiner Minuten-Messungen und deine Beobachtungen mitbringen.
Die letzten Wochen vor den SommerferienZurückschauen: Was ist leichter geworden? Für die Ferien ein kleines Leseziel verabreden, damit die Übung nicht abreißt.

Was in die zehn Minuten gehört: - Ein Text, den dein Kind gut schafft. Liest es von 20 Wörtern höchstens eines falsch, also rund 95 % richtig, passt er. Stolpert es öfter, nimm einen leichteren. - Kurze Abschnitte mehrmals lesen. Der US-Leseforscher S. Jay Samuels zeigte schon 1979, dass Kinder schneller und genauer lesen, wenn sie denselben Abschnitt mehrmals laut lesen. Beim zweiten und dritten Mal klingt es flüssiger, und dein Kind merkt das selbst. - Ein Lautlesetandem. Ihr lest denselben Abschnitt halblaut gemeinsam, du fährst mit dem Finger unter der Zeile mit. Bleibt dein Kind hängen, sagst du das Wort, und ihr lest weiter. Gibt dein Kind ein Zeichen, liest es allein weiter. - Abwechselnd lesen. Eine Seite du, eine Seite dein Kind. So bleibt auch ein längeres Buch spannend. - Weiter vorlesen. Lies deinem Kind Bücher vor, die es allein noch nicht schafft. Das stärkt Wortschatz und Verstehen. Zehn Minuten an den meisten Tagen bringen mehr als eine lange Runde am Wochenende. Warum, steht unter Wie viele Minuten am Tag sollte mein Kind laut lesen?. Mit dem Planer unten stellt ihr eure Routine zusammen und druckt sie für den Kühlschrank aus.

Leseroutine zum Ausdrucken

Eure tägliche Leseroutine in fünf Schritten

Stell einen kurzen Ablauf fürs laute Lesen zusammen, den ihr an den meisten Tagen schafft. Zieh die Schritte in die Reihenfolge, die zu euch passt, leg fest, wie lange jeder dauert, und druck den Plan für den Kühlschrank aus. Die fünf Schritte bleiben immer gleich, du passt sie nur an euch an.

Schritt 1 von 5

Ein leichtes Lieblingsbuch noch einmal lesen

Was dein Kind schon gut kennt, liest es flüssig. Das gibt Sicherheit, bevor es an schwerere Texte geht.

Schritt 2 von 5

Du liest eine Zeile vor, dein Kind liest sie nach

Wenn du zuerst liest, hört dein Kind, wie flüssiges, betontes Lesen klingt, und macht es an denselben Wörtern nach. In der Schule heißt das Echolesen.

Schritt 3 von 5

Dein Kind liest ein kurzes Stück, dann noch einmal

Dasselbe kurze Stück zwei- oder dreimal zu lesen, ist der wirksamste Weg zu flüssigem Lesen.

Schritt 4 von 5

Eine Frage stellen: Was ist passiert?

Eine kurze Frage zum Inhalt sorgt dafür, dass dein Kind nicht nur Wörter aufsagt, sondern versteht, was passiert.

Schritt 5 von 5

Zum Schluss die Mühe und einen Lösungsweg loben

Lob für die Mühe und einen konkreten Weg („Das hast du Laut für Laut erlesen“) statt für „Du bist so schlau“ sorgt dafür, dass sich dein Kind auch ans nächste schwere Wort traut.

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Ein Plan auf Papier ist ein guter Anfang. Readigo hilft deinem Kind, dabeizubleiben: Die App hört zu, wenn es laut liest, damit aus den täglichen zehn oder fünfzehn Minuten Fortschritt wird.

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Wann mehr nötig ist

Ein schwaches Zeugnis im Lesen ist zunächst ein Grund, genauer hinzuschauen. Kommt ein Kind trotz täglicher Übung und Förderung in der Schule über Monate kaum voran, lass abklären, woran es liegt. Diese Schritte kommen dann infrage: - Förderung an der Schule. Förderunterricht in kleinen Gruppen oder ein LRS-Förderkurs, je nachdem, was die Schule anbietet. - Die schulpsychologische Beratungsstelle. Die Schule kann sie hinzuziehen, du kannst dich dort auch selbst melden. - Eine Diagnose. Eine Lese-Rechtschreib-Störung (Legasthenie) stellen eine Praxis oder Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) oder eine Praxis für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie fest, meist nach Überweisung durch die Kinderarztpraxis. - Nachteilsausgleich und Notenschutz. Ob dein Kind mehr Zeit bei Klassenarbeiten bekommt oder ob das Lesen anders oder gar nicht benotet wird, regelt der LRS-Erlass deines Bundeslandes. In Österreich ist die Schulpsychologie die erste Anlaufstelle außerhalb der Schule. In der Schweiz sind es neben der Lehrperson die Schulische Heilpädagogin oder der Schulische Heilpädagoge und der Schulpsychologische Dienst. Woran du frühe Anzeichen erkennst, steht unter Anzeichen für Legasthenie bei Kindern. Wie sich langsames Lesen von einer Legasthenie unterscheidet, erklärt Legasthenie oder fehlt nur Übung?.

Wo Readigo hilft

An Tagen, an denen niemand zuhören kann, hilft eine App. Readigo ist eine iOS-App für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Sie hört zu, wenn ein Kind laut liest, und bewertet das Gelesene sofort. Die Spracherkennung von Readigo ist auf Kinderstimmen abgestimmt und gleicht jeden Satz mit dem Text ab, nach den Buchstaben-Laut-Regeln, die die Leseforschung als Grundlage des Lesenlernens beschreibt. Nach jedem Satz sieht das Kind seine Bewertung und die Wörter, die es falsch gelesen oder ausgelassen hat. Die meisten Apps für dieses Alter bewerten lautes Lesen gar nicht. Readigo wurde genau dafür entwickelt. Readigo hat eine eigene deutsche Bibliothek, dazu Geschichten auf Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch und Ukrainisch. Die Bewertung ist eine Prozentzahl, und dein Kind kann den Satz gleich noch einmal lesen, um sie zu verbessern. Im Elternbereich siehst du jederzeit Genauigkeit, Bücher, Minuten und Sätze, dazu die letzten vier Wochen nebeneinander und die Wörter, die dein Kind zuletzt falsch gelesen hat. Die Bewertung in der App ist keine Schulnote, lässt sich nicht in eine Note umrechnen und sagt nichts darüber voraus, was im Jahreszeugnis stehen wird. Readigo hilft, die zehn Minuten am Tag durchzuhalten. So funktioniert Readigo.

Quellen

Häufige Fragen

  • Wann gibt es 2027 Halbjahreszeugnisse?

    Die meisten Länder geben die Halbjahreszeugnisse 2027 Ende Januar aus, oft am Freitag, 29. Januar. Später folgen Baden-Württemberg (1. bis 10. Februar), Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern (Anfang Februar), die Grundschulen in Nordrhein-Westfalen (8. bis 12. Februar) und Bayern (19. Februar). Den genauen Tag nennt die Schule.

  • Bekommen Kinder in der 1. Klasse ein Halbjahreszeugnis?

    Kinder in der 1. Klasse bekommen in vielen Ländern kein Halbjahreszeugnis, etwa in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Brandenburg gibt einen Lernentwicklungsbogen. Wo es eines gibt, etwa in Bayern und Sachsen, beschreibt es die Entwicklung in Worten, ohne Noten.

  • Was bedeutet „liest noch stockend“ im Zeugnis?

    „Liest noch stockend“ heißt: Das Kind macht Pausen im Satz und setzt bei längeren Wörtern neu an, sodass der Sinn leicht verloren geht. Frag die Lehrkraft, ob es eher an der Genauigkeit oder am Tempo liegt, und lass dein Kind an den meisten Tagen zehn Minuten laut lesen.

  • Was tun, wenn das Lesen im Halbjahreszeugnis schwach ist?

    Sprich mit deinem Kind über das, was schon gelingt, und mit der Lehrkraft darüber, wo es hakt. Hör eine Minute lang zu, wie es laut liest, und plane bis zum Sommer zehn Minuten lautes Lesen an den meisten Tagen. Bewegt sich über Monate wenig, frag in der Schule nach Förderung.

  • Wie spreche ich mit meinem Kind über ein schlechtes Zeugnis?

    Fang mit dem an, was gelungen ist, und sprich über das, was sich üben lässt, nicht über Noten oder Formulierungen. Frag dein Kind, was ihm leicht- und was ihm schwerfällt, und mach mit ihm einen kleinen Plan. Strafen und Vergleiche mit Geschwistern helfen nicht.

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